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Wenn Barbara Denzler in den Stadtraum
plastisch eingreift, benutzt sie bestehende Ordnungsgefüge wie ein Fundament
für die eigene Kreativität. Sie fügt Objekte aus ortsfremden Zusammenhängen
wie zum Beispiel gestapelte Bettwäsche hinzu, oder <modelliert>
am vorhandenen Stadtmobiliar indem sie Pullover und T-Shirts um eine Laterne
knotet. Aus diesen Eingriffen resultieren Inseln anderer Ordnung, die teils
ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten folgen, teils Regeln aus dem jeweiligen
Kontext zitieren und mit dem funktional gestalteten Stadtraum einen poetischen
Dialog anzetteln. Barbara Denzlers Hinzufügungen oder Verschiebungen integrieren
sich formal und sind in Ihrer Struktur der Umgebung so verwandt, daß sie
eine Zweckdienlichkeit vermuten lassen, obwohl sie keine Funktion erfüllen.
Die Logik des öffentlichen Ortes wird punktuell gesprengt, wenn man beispielsweise
inmitten des Buchbestandes der Stadtbibliothek Gipspfützen findet, oder
ein Baustellenfahrzeug auf seinem Dach einen fein säuberlich geschichteten
Berg aus Latten und Brettern spazierenfährt. Die Interventionen veranlassen
zur Befragung von Erwartungshaltungen und daraus resultierenden Wahrnehmungsmustern.
Sie erinnern an die potentielle Erweiterung des individuellen Handlungsspielraumes
jenseits von Zweck. |